Was solltest du beachten, wenn du reist und deine Arbeit mitnimmst_Produktivität und Ernährung

Was solltest du beachten, wenn du reist und deine Arbeit mitnimmst? (Teil 3: Produktivität und Ernährung)

Dies ist der dritte Teil der Artikelserie „Reisen und dabei seine Arbeit mitnehmen“. Den ersten Teil der Artikelserie findest du hier. Den zweiten hier.

Ortsunabhängig zu arbeiten bedeutet nicht zwangsläufig, aus dem Home-Office von zuhause aus oder dem benachbarten Café aus zu arbeiten. Im Gegenteil! Ein aktueller Trend ist es, als digitaler Nomade, ähnlich wie im Buch von Tsugio Makimoto und David Manners im Jahr 1997 beschrieben, nomadisch durch die Welt zu ziehen und seine Arbeit mitzunehmen. Digitale Nomaden reisen mit ihrem Laptop im Gepäck quer über den Erdball und arbeiten von dort, wo es ihnen im jeweiligen Augenblick gefällt. In diesem Blogartikel erfährst du, worauf du achten solltest, wenn du deine Arbeit mit auf Reisen nimmst.

Reisen und Arbeiten kombinieren: Was beachten?

#2 Wetter und Temperaturen

Ortsunabhängiges Arbeiten liefert neben vielen weiteren Vorteilen einen ganz entscheidenden Mehrwert: die Verkürzung des Winters. Als Sonnenanbeter kannst du einfach im November deine Sachen packen und gen Süden reisen. Immer der Sonne hinterher. Aber Vorsicht, so verheißungsvoll der ewige Sommer auch sein mag, bedenke, dass sich zu hohe Temperaturen auf deine Produktivität auswirken können (ähnlich wie zu niedrige). Eine Studie des US-amerikanischen Lawrence Berkeley National Laboratory bestätigt diese Aussage. Forscher der Einrichtung sammelten die Produktivitätsdaten und Temperaturaufzeichnungen aus 24 verschiedenen Studien und fanden heraus, dass die Temperatur mit der höchsten Produktivität für den Menschen zwischen 20 und 25° Celsius liegt. Sobald die 25° Marke überschritten wird, fällt die Produktivität mit jedem Grad um 2% ab, d. h. bei 30° beträgt die Produktivität nur noch 90%. Die optimale Temperatur liegt laut der Studie bei 21°.

Auch wenn es uns im Alltag und unserer gewohnten Umgebung oft nicht auffällt, so hat die Temperatur doch einen erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit. Laut dem Freiburger Meteorologen Andreas Matzarakis im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur gibt es ganz bestimmte Bedingungen, unter denen ein Mensch nur wenig Energie braucht, um seine Körpertemperatur von 37° zu halten. Diese bewegen sich laut Matzarakis zwischen 20° und 27°. Je weiter sich der Mensch von dieser Temperaturspanne entfernt, umso mehr Energie muss der Körper aufbringen, um die Körpertemperatur von 37° zu halten.

TIPP 1

Damit du nicht in die Hitzefalle tappst, finde für dich persönlich heraus, bei welchen Wetterbedingungen du dich produktiv fühlst. Das gilt insbesondere im Hinblick auf Luftfeuchtigkeit. 25° und 85% Luftfeuchtigkeit fühlen sich anders an als 25° und 35% Luftfeuchtigkeit. Viele Menschen fühlen sich bei Wetterlagen mit hoher Luftfeuchtigkeit müde und antriebslos. Andere haben damit weniger Probleme und empfinden tropisches Klima als angenehm. Solltest du zu ersteren gehören, aber trotzdem eine Reise in tropische Gebiete planen, stelle zumindest sicher, dass dir für deine Arbeit klimatisierte Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

#2 Ernährung

Ernährung spielt auf Reisen eine große Rolle. An jeder Ecke einer neuen Destination lauern bis dato unbekannte, jedoch nicht immer gesunde kulinarische Köstlichkeiten auf einen. Wem fällt es da nicht schwer, nein zu sagen. Dazu kommt, dass durch häufiges Reisen die eigene Essroutine durcheinandergerät. Geregelte Mahlzeiten sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Um auf Reisen eine gesunde Ernährungsweise beizubehalten, gibt es einige Tricks, die du anwenden kannst. Im Folgenden unsere TOP 4 Tipps für gesundes Essen auf Reisen.

TOP 1: Koch dein Essen selbst

Wenn du dein Essen selbst zubereitest, kannst du die Zutaten dafür selbst bestimmen und weißt zu 100%, was in deinem Essen enthalten ist. Du kannst sicherstellen, dass deine Ernährung ausgewogen ist und entscheiden, ob du z. B. Bio-Produkte verwenden möchtest. Um dir dein Essen selbst zubereiten zu können, benötigst du eine Kochvorrichtung. Achte bei der Wahl deiner Unterkunft daher darauf, dass diese eine Küche oder zumindest eine Kochnische besitzt. Wenn wir reisen, wohnen wir in der Regel in Airbnb-Unterkünften. Diese haben in den meisten Fällen eine Küche, die uns je nach Art der Unterkunft entweder allein oder zur Mitbenutzung zur Verfügung steht.

TIPP 1

Nutze die Filtermöglichkeiten auf Airbnb, um nach Unterkünften mit Küche zu suchen. Dadurch gehst du sicher, dass alle Ergebnisse deiner Suche eine Kochmöglichkeit besitzen.
Lebensmittel erhältst du im Supermarkt und auf lokalen Märkten. Märkte und Supermärkte sind je nach Reisedestination nicht immer allgegenwärtig verfügbar, sondern mancherorts auch rar gesät. Das macht es erforderlich, einen motorisierten Untersatz zu besitzen. Möchtest du während deiner Reise auf ein Auto und Co. verzichten, solltest du darauf achten, dass deine Unterkunft in der Nähe eines (Super)Marktes liegt.

TIPP 2

Schaue dir die Lage einer Unterkunft vor der Buchung über Google Maps an und recherchiere, welche (Super)Märkte im Umkreis liegen. Auf Basis deiner Recherche kannst du entscheiden, ob eine Unterkunft für dich in Frage kommt oder nicht.

Wenn du häufig in Coworking Spaces oder außerhalb deiner eigenen vier Wände arbeitest, hast du nicht immer eine Küche zur Verfügung. In diesen Fällen bietet es sich an, Essen vorzukochen und für unterwegs abzupacken. Verwende zum Verpacken z. B. Tupperdosen oder anderweitige Mehrzweck-Boxen. Indem du Essen zuhause vorkochst und für unterwegs mitnimmst, profitierst du von mehreren Vorteilen: du stellst eine gesunde Ernährungsweise sicher, sparst Kosten (Essen-to-go und Restaurantbesuche sind meist teurer) und schonst die Umwelt (weil Mehrzweckboxen weniger Müll erzeugen als Einwegverpackung).

TOP 2: Wähle Restaurants mit gesundem Essen und meide Fast-Food-Ketten

Gerade wenn die eigene Unterkunft keine Küche besitzt, isst man häufig auswärts in Restaurants und Fast-Food-Ketten. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine lästigen Supermarktbesuche, schnelle Verfügbarkeit und große Auswahl. Demgegenüber stehen allerdings ein paar nicht zu vernachlässigende Nachteile wie z. B. der Umstand, dass Restaurantessen oftmals viel Fett und Zucker sowie eine geringe Lebensmittelqualität aufweist. Das kann sich langfristig auf die eigene Gesundheit auswirken (z. B. Müdigkeit, Übergewicht, etc.). Aus diesem Grund sollte die Wahl des Restaurants bei fehlender Möglichkeit, selbst zu kochen, wohl bedacht sein. Fast-Food-Ketten locken insbesondere immer dann, wenn du neu an einem Ort bist und dich nicht auskennst. Der Speiseplan ist weitestgehend bekannt und du weißt, was du für dein Geld bekommst. Fast Food stellt allerdings die denkbar schlechteste Alternative möglicher Restaurantoptionen dar. Zumeist ist die Qualität der verwendeten Zutaten schlecht und die Zubereitungsweise fettig.

Lokale Restaurants sind in der Regel die bessere Wahl. Um geeignete lokale Restaurants zu finden, kannst du unterschiedlich vorgehen. Du kannst z. B. Einheimische nach einer Empfehlung fragen, dich mit anderen Reisenden (z. B. in Coworking Spaces) zum Thema austauschen oder eine entsprechende App herunterladen und verwenden. Es gibt mittlerweile zahlreiche Restaurant-Apps für verschiedene Regionen und Länder, die Restaurants anhand von voreingestellten Kriterien wie z. B. vegetarisch, vegan, nur Bio-Produkte, etc. auflisten. Zumeist haben diese Apps auch ein integriertes Bewertungssystem für Restaurants. Über die Bewertungen, die ein Restaurant erhalten hat, kannst du feststellen, ob es gut oder eher nicht so gut ist.

TOP 3: Bereite Snacks als Proviant für Reisetage vor

Reisetage sind prädestiniert für ungesunde Ernährung. Du bist auf dem Sprung, hast keine Möglichkeit, geregelte Mahlzeiten zu dir zu nehmen und der Heißhunger lauert an jeder Ecke. Hier gilt es vorzusorgen und sich entsprechend vorzubereiten. Am besten besorgst du dir vor Abreise Proviant. Der Proviant sollte gesund und handlich sein, satt machen und dich vor möglichen Heißhungerattacken bewahren. Geeignete Snacks für unterwegs sind z. B. selbst geschmierte Vollkornbrote, Obst, ungesalzene Nüsse, Kerne, getrocknete Früchte, Proteinriegel, Fruchtriegel, Müsliriegel ohne Zucker, etc. Indem du dir vor der Abreise Snacks zusammenstellst, tust du nicht nur etwas Gutes für deine Gesundheit, sondern sparst in der Regel auch noch Geld, weil Essen an Flughäfen, Bahnhöfen, etc. immer teuer ist.

TOP 4: Achte auf den Hygienestandard in Entwicklungsländern

Führt dich deine Reise in ein Entwicklungsland oder in ein Land mit generell mangelhafter Hygiene, gilt es zumeist ein paar Grundregeln zu beachten, um Infektionskrankheiten wie Durchfall oder einer Lebensmittelvergiftung aus dem Weg zu gehen. Im Folgenden listen wir diejenigen Regeln auf, die unserer Meinung nach sinnvoll und am weitesten verbreitet sind. Wenn du diese Regeln befolgst, stehen die Chancen gut, dass du den Aufenthalt in diesen Ländern ohne gesundheitliche Konsequenzen genießen kannst. (Achtung: Die Liste ist nicht abschließend. Je nach Reisedestination können andere bzw. zusätzliche Regeln gelten. Schau dazu am besten auf den Seiten des Auswärtigen Amtes für dein Reiseziel nach).

TIPP 1:

Verwende ausschließlich sicheres Wasser, d. h. entweder Wasser aus ungeöffneten Flaschen oder gefiltertes bzw. abgekochtes Wasser. Nutze dieses Wasser zum Trinken, für die Zubereitung von Speisen sowie für anderweitige Zwecke, bei denen Wasser direkt oder indirekt in deinen Organismus gerät, wie z. B. Zähneputzen, Händewaschen, Geschirrspülen, Lebensmittel abwaschen, etc. Wasser zu gefrieren, stellt keine Möglichkeit dar, Bakterien und Viren abzutöten. Daher sollten Eiswürfel immer aus sicherem Wasser hergestellt werden.

TIPP 2

Konsumiere ausschließlich sichere Nahrungsmittel. Um festzustellen, ob ein Nahrungsmittel sicher ist, kannst du folgende Faustregel verwenden:

COOK IT, WASH IT, PEEL IT OR FORGET IT!

Das bedeutet so viel wie: Ist das Nahrungsmittel gekocht, gewaschen (mit sicherem Wasser) oder geschält, kannst du es essen. Ist dies nicht der Fall, solltest du es lieber meiden. Kritische Nahrungsmittel sind z. B. kalte Fleischplatten, Buffet-Essen, Fisch, Meeresfrüchte, frischer Salat sowie geöffnete Saucen wie Mayonnaise und Remoulade.

TIPP 3

Hände weg von nicht pasteurisierten (=unbehandelten) Milchprodukten. Rohmilch kann leicht zu Unverträglichkeiten führen und ist für Schwangere z. B. per se ungeeignet. Prüfe bei Milchprodukten daher immer (am besten anhand des Verpackungsetikettes), ob diese pasteurisiert worden sind. Kritische Nahrungsmittel in diesem Kontext sind z. B. Käse, Quark und Joghurt.

TIPP 4

Möchtest du zum Essen ins Restaurant gehen, fallen deine Kontrollmöglichkeiten in Bezug auf sicheres Essen und Trinken deutlich geringer aus. Du bist darauf angewiesen, dass entsprechende Hygienestandards im Restaurant existieren, kannst deren Einhaltung jedoch nicht prüfen. In diesem Fall empfiehlt sich folgendes Vorgehen

1. Lass dir von Einheimischen oder anderen Digital Nomads ein Restaurant empfehlen.

2. Nutze eine Restaurant-App mit Bewertungssystem zur Auswahl eines geeignetes Restaurants.

3. Prüfe, welche Restaurants voll und stark frequentiert sind.

4. Prüfe die Sauberkeit eines Restaurants vor Ort anhand der Toiletten. Toiletten sind oftmals ein guter Indikator für Sauberkeit.

5. Stelle sicher, dass Gerichte im Restaurant heiß serviert werden. Sind Gerichte lauwarm, sind sie wohlmöglich nicht richtig durchgekocht und stellen ein höheres Infektionsrisiko dar.

Soviel zum Thema Wetter, Temperaturen und Ernährung auf Reisen. Solltest du den ersten oder zweiten Teil dieser Serie verpasst haben, kannst du hier und hier nochmal nachlesen.

Was sind deine Tipps und Tricks, um auf Reisen produktiv zu arbeiten?

Schreib‘s uns in die Kommentare!

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