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Die große Inter­view­reihe für ortsunab­hängige Jobs +++ Heute: APPLICATION MANAGER ALS REMOTE JOB IN FESTANSTELLUNG

Dies ist Teil 6 der Interviewreihe für ortsunab­hängige Berufe. Solltest die ersten Teile verpasst haben, schau hier vorbei: Teil 1-5. In dieser Interviewreihe stellen wir dir Berufe vor, die sich perfekt fürs ortsunab­hängige Arbeiten eignen. Heute dreht sich alles um den Beruf APPLICATION MANAGER und zwar als Remote Job in Festanstellung. Lass dich überraschen! 🙂 

Exklusiv im Interview für uns:
Lars Wrobbel als ortsunabhängiger Application Manager
bei der Firma Arvato Systems

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Name: Lars Wrobbel
Beruf
: Application Manager
Arbeitgeber
: Arvato Systems
Eigener Blog: Passives Einkommen mit P2P-Privatkrediten

Die ORTSUNABHÄNGIGE-BERUFE-REIHE

Beruf #6:

+ APPLICATION MANAGER +

WAS MACHT EIN APPLICATION MANAGER?

Als Application Manager betreust du eine oder mehrere IT-Applikationen. Das können CRM Systeme, Supply Chain Management Systeme oder beliebige andere Programme sein. Oft arbeiten Application Manager in Unternehmen, die eine bestimmte Software hergestellt haben und diese an andere Unternehmen maßgeschneidert verkaufen. 

WAS SIND MÖGLICHE AUFGABEN?

  • Kunden betreuen
  • Software warten und Fehler beheben
  • Software an Kundenwünsche anpassen
  • Softwarekosten berechnen und Angebote erarbeiten
  • Dokumentationen erstellen
  • Kundenmitarbeiter in Software einarbeiten und schulen

WELCHE AUSBILDUNG BENÖTIGST DU?

Die Berufsbezeichnung Application Manager ist nicht geschützt. Um Application Manager zu werden, benötigst du daher keine spezielle Ausbildung. Was du allerdings mitbringen solltest, sind solide Vorkenntnisse (bestenfalls ein Studium) im Bereich Informatik oder IT-Management.

WELCHE FÄHIGKEITEN SOLLTEST DU MITBRINGEN?

  • Sehr gutes technisches Verständnis
  • Gute Kommunikationsskills
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Abstraktionsvermögen
  • Strategisches Denken

INTERVIEW­ MIT LARS WROBBEL, DER REMOTE IN FESTANSTELLUNG ALS APPLICATION MANAGER ARBEITET

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Lars ist Application Manager bei der Firma Arvato Systems. Ist dir vermutlich ein Begriff. Arvato ist einer der Geschäftsbereiche vom Bertelsmann-Konzern. Als Dienstleister betreibt das Unternehmen mehrere IT-Systeme und verkauft seine Lösungen an Firmenkunden.
Lars ist bei Arvato festangestellt und zwar ortsunabhängig. Das war nicht immer so. Angefangen hat er in einer klassischen vor-Ort Position. Als gelernter Softwareentwickler war er zunächst in der IT-Projektleitung von Arvato tätig. Da wurden aber nur überlange Meetings abgehalten, Flipcharts gemalt und sich über Kosten beschwert. Daher ist er letztlich in der operativen IT-Beratung als Application Manager gelandet. Ortsunabhängig arbeiten tut er seit 2017 und ist damit einer von wenigen in seinem Unternehmen. Er sagt, er habe das vor-Ort Arbeitsverhältnis durch Vertrauen und Engagement mit der Zeit immer weiter in Richtung “remote” gezogen. Zum Zeitpunkt des Interviews befindet er sich gerade in Riga, Lettland, wo er Geschäftstermine für seine nebenberufliche Selbstständigkeit wahrnimmt. Auf die Frage, was Freunde und Familie über ihn als Person sagen, antwortet er: “Lars macht irgendwas mit Computern. Was, wissen wir auch nicht genau. :D”

+++ LOS GEHT'S MIT DEM INTERVIEW +++
LARS, DU HAST DAS WORT!

Warum Remote in Festanstellung und nicht als Selbständiger?

Ich bin ein absoluter Routine-Mensch. Finanziell benötige ich meinen Job schon lange nicht mehr, da ich erfolgreich nebenberuflich selbstständig bin. Aber ich bin viel produktiver, wenn ich weiss, dass mein Tag von außen strukturiert wird. Es hört sich verrückt an, aber ich merke es nach jeder längeren Abwesenheit aufs Neue.

Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du remote arbeitest?

Ich bin natürlich viel flexibler als vorher und kann prinzipiell arbeiten, von wo ich will. Ansonsten ist alles so geblieben wie immer.

Wo hast du deinen Remote-Job gefunden und wie bist du bei der Jobsuche vorgegangen?

Er hat sich entwickelt. 🙂 Es war ein Vollzeitjob und ich habe ihn mit der Zeit für mich “geformt”. Hierfür ist natürlich ein gewisses Vertrauen notwendig, was man sich aber über die Zeit problemlos erarbeiten kann.

Wie hast du deinen Chef von Remote Arbeit überzeugt?

Ich habe meinen Chef Stück für Stück darauf vorbereitet. Erst war es 1 Tag Home-Office in der Woche. Dann habe ich meine Stelle um 25% gekürzt. Die Besonderheit dabei: Ich bin 8 Stunden da. Dafür habe ich aber 3 Monate am Stück frei. Als das auch funktionierte, habe ich meinen Job um weitere 25% heruntergefahren und bin auf vollständiges Home-Office umgezogen. Es ist also wie das Experiment mit dem Frosch und dem heißen Wasser. Man muss ihn langsam daran gewöhnen 🙂 So hat es bei mir funktioniert.

Was sind deiner Meinung nach die Hauptgründe dafür, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter NICHT remote arbeiten lassen?

Das Problem ist immer im fehlenden Vertrauen begründet ODER darin, dass der Vorgesetzte nicht offen ist für diese Art von Arbeit. An ersterem kann man arbeiten, bei zweiterem wird es ungleich schwerer. Ich hatte Glück, ansonsten hätte ich das Unternehmen verlassen müssen.

Bist du der einzige aus deinem Team, der remote arbeitet?

Ich bin einer von wenigen. 

Fühlst du dich dadurch in irgendeiner Form benachteiligt?

Benachteiligt fühle ich mich nicht. Aber ich vermute, dass es hier und da etwas Neid auf meine Situation gibt, was aber nicht nur mit meinem Remote-Job zusammenhängt, sondern auch mit meiner erfolgreichen nebenberuflichen Selbstständigkeit.

Wie zufrieden bist du mit deinem Remote Job?

Ich bin damit ziemlich zufrieden. Er gibt mir die Routine, die ich brauche, und sichert meine Basis-Lebenskosten für den Fall der Fälle ab.

Habt ihr feste Arbeitszeiten im Unternehmen?

Wir haben gewisse Kernarbeitszeiten. De facto interessiert es aber kaum jemanden. Solange die Arbeit gemacht wird, sind alle glücklich 🙂

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?

Generell arbeite ich meist 1-2 Stunden für meine eigenen Projekte, bevor ich meine Arbeit als Application Manager bei Arvato beginne. Das Gleiche gilt für nach der Arbeit. Das gibt mir genau den Rhythmus, mit dem ich produktiv genug bin, um alles wegzuschaffen. Auf der anderen Seite ist es eigentlich zu wenig Zeit für meine eigenen Projekte, was mich dazu zwingt, mein Business zu optimieren und stärker zu automatisieren.

Wie funktioniert die Kommunikation und Zusammenarbeit bei euch im Unternehmen?

Wir nutzen Skype for Business für die Kommunikation und das funktioniert wunderbar. Auch Meetings, etc. werden immer öfter online abgehalten. Organisieren tue ich mich über Outlook, (anders als für meine persönlichen Projekte), da dies der zentrale Eingangskanal ist (und nicht wie bei meinen eigenen Projekten Google-Mail).

Welche Kriterien muss deiner Meinung nach ein Job erfüllen, damit er ohne Probleme remote ausgeübt werden kann?

Sobald physische Anwesenheit für die Erledigung der Arbeit wirklich notwendig wird, ist das Thema eigentlich gegessen. Es qualifizieren sich also nur Tätigkeiten, bei denen deine körperliche Präsenz tatsächlich nicht notwendig ist. Als Busfahrer kannst du dir die Gespräche mit deinem Chef also sparen. 🙂

Wie überwindest du das Gefühl von Einsamkeit, von dem häufig im Kontext von Remote Arbeit gesprochen wird?

Da ich ziemlich introvertiert veranlagt bin, habe ich dieses Problem von dem so häufig gesprochen wird, tatsächlich noch nie gehabt. Ich mag es überwiegend ganz gerne, für mich zu arbeiten und den Kontakt nur remote zu halten.

Das war’s von Lars. Wir danken Lars für das tolle Interview und die vielen Insights. Es war uns ein Fest!

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